BERÜHMTE FRAGEN –
ANALYSEN UND ANTWORTEN
(
Persönliche Fragen /
Fachfragen /
Bereitschaft zu Probearbeitstagen /
Fragen
zum Thema Fremdsprachenkenntnisse /
Eigene Fragen)Persönliche Fragen
Diese Liste wird immer wieder aktualisiert und um interessante
Fragen erweitert werden. Sie soll Ihnen helfen, sich auf
beispielhafte Weise mit typischen Fragen auseinander zu setzen und
ur-eigene Antworten zu entwickeln, da es absolut kontraproduktiv und
extrem auffällig wäre, Antworten auswendig zu lernen
Je nach dem, ob Sie an einen "professionellen Fragesteller" geraten oder
nicht, sind die Fragen entsprechend interessant und hintergründig oder
oberflächlich und langweilig! Lassen Sie sich aber davon nicht
beeindrucken, sondern unternehmen Sie Ihr förderlichstes um eine
Ihnen entsprechende, wahrheitsgemäße Antwort zu entwerfen.
Die folgenden Fragen sind aus vielen verschiedenen
Bewerbungsgesprächen mit unterschiedlichen Fragestellern
zusammengestellt. Spezielle Fragetechniken aus Assessment-Centern sind
hier zu Gunsten der individuellen Fragetechnik nicht extra aufgeführt.
Selbstverständlich ist nicht zu erwarten, dass die aufgelisteten Fragen
wörtlich oder in ihrer Gesamtheit so gestellt werden, aber Sie helfen
Ihnen, sich auf die Hintergründe einzustellen und schon vor einem
Gespräch üben zu können:
Fragethema (1):
"Erzählen Sie uns etwas zu Ihrem Lebenslauf"
Analyse:
Wird hauptsächlich von ungeübten Fragestellern benutzt, da Ihre
Unterlagen in der Regel ja bereits seit einiger Zeit vorliegen und
entsprechend begutachtet sein sollten. Man will wissen, ob Sie Ihre
beruflichen Schwerpunkte kennen und als überzeugende Basis für eine
mögliche Einstellung benutzen oder nur repetieren.
Zur Antwort:
Langweilen Sie trotzdem nicht mit "Adam & Eva"! Beschränken Sie sich auf
die für diese Position wichtigen Ausbildungen und beruflichen
Tätigkeiten. Entsprechende Zeitangaben "von-bis" sind nicht wichtig.
Hier zählt Dauer in Jahren und Intensität wiederum in Bezug auf die
Angestrebte Position (siehe auch taktisches Vorgehen beim Anschreiben
und den vier Regeln dazu!)
Fragethema (2):
"Warum bewerben Sie sich bei uns?"
Analyse:
Vorsicht, so einfach wie diese Frage scheint, ist die Antwort nicht
immer: Übertreiben Sie nicht mit Angaben wie "beste Firma" oder
ähnlichen "seichten" Beschreibungen.
Zur Antwort:
Bevor Sie Ihre Bewerbung abgeschickt haben, hatten Sie schon ein Motiv –
erzählen Sie davon. Gründe wie "bessere fachliche und persönliche
Weiterentwicklungsmöglichkeiten" die Sie sich von der neuen Position
versprechen oder auch endlich "Personalführungs- oder
Abteilungsleitungsverantwortung" sind genauso akzeptabel wie zur Not
"Nähe zum Wohnort" oder "Einkommensverbesserung".
Fragethema (3):
"Erzählen Sie uns etwas zu Ihren Ziele in den nächsten Jahren?"
Analyse:
Hier soll geprüft werden, ob Sie wenigstens mittelfristig voraus denken
und sich überhaupt schon einmal konkret einen Plan für die nächsten
Jahre gemacht haben. Planvoll und vorausschauend arbeiten ist nicht nur
in Führungspositionen eine wichtige Eigenschaft und kann hier leicht
verifiziert werden.
Zur Antwort:
Je höher die Position, desto detaillierter sollte Ihr Blick in die
Zukunft ausfallen.
Fragethema (4):
"Warum denken Sie, die beste Bewerberin / der beste Bewerber zu sein?"
Analyse:
Mitarbeiter für verantwortungsvolle Positionen oder Führungskräfte
sollten auf jeden Fall genügend Selbstbewusstsein haben, um diese Fragen
mit einigen Argumenten überzeugend beantworten zu können.
Zur Antwort:
Sie ergibt sich aus den Begründungen, welche Sie schon in Ihrem
Anschreiben (siehe "professionelles Anschreiben) ausgeführt haben. Fügen
Sie noch ein paar positive Charaktereigenschaften hinzu, die Ihnen in
Ihrer neuen Position helfen könnten!
Fragethema (5):
"Welche Arbeiten führen Sie besonders gerne (und gut) aus?!
Analyse:
Hier will der Fragesteller erfahren, welche fachlichen Fertigkeiten Sie
spontan für herausragend halten. Er wird so bezüglich Spezialisierung
orientiert, erfährt womöglich Ihre Begeisterung für bestimmte
Arbeitsgebiete und kann damit eventuell auch auf Einschränkungen in
Ihrem Arbeitseifer schließen.
Zur Antwort:
Bleiben Sie ruhig ehrlich – auch sich selbst gegenüber. Die in der
Stellenanzeige geäußerten Anforderungen sollten sich mit Ihren
"Lieblingstätigkeiten" decken. Besser noch, diese entsprechen Ihren
tatsächlichen Leistungsspitzen, bzw. sollen mit Hilfe der neuen Position
dazu erweitert werden.
Fragethema (6):
"Welcher Teil Ihrer beruflichen Tätigkeit sagte Ihnen bisher am
wenigsten zu?"
Analyse:
Vorsicht! Meist taucht die Frage völlig unvermutet und "unschuldig" im
Gespräch auf.
Hier kann auch identifiziert werden, ob die gestellten Anforderungen mit
denen des Bewerbers zusammenpassen könnten.
Zur Antwort:
Am besten, Sie können tatsächlich nicht so sehr bevorzugte Arbeiten
nennen, die in Ihrer zukünftigen beruflichen Weiterentwicklung keine
oder keine entscheidende Rolle mehr spielen sollten. Manche Tätigkeiten
werden aber auch vom Fragesteller aus eigener Erfahrung als lästig
akzeptiert. (Beispiele: Dokumentation bei der Entwicklung /
Statistikbericht im Vertrieb)
Fragethema (7):
"Nennen Sie spontan ein besonders schönes, berufliches Ereignis!"
Analyse:
Ihre Antwort gibt Hinweise auf Ihre Berufsmotivation und auf Ihre
persönlichen dominierenden Werte. Fällt Ihnen überhaupt nichts dazu ein,
kann man davon ausgehen, dass Ihre berufliche Tätigkeit nicht gerade mit
Begeisterung von Ihnen ausgeführt wird.
Zur Antwort:
Beantworten Sie die Frage jetzt sofort für sich selbst! Fällt die
Antwort schwer? Dann liegen Ihre beruflichen Vorstellung und deren
Erfüllung wahrscheinlich weit voneinander entfernt und Sie sollten ein
Beispiel aus früheren Tagen verwenden!
Fragethema (8):
"Nennen Sie zwei oder drei Ihrer wichtigsten Charaktereigenschaften!"
Analyse:
Selbstbewusstsein, Reifegrad, Selbsteinschätzung und Analysefähigkeit
werden mit der Art und Schnelligkeit Ihrer Antwort getestet.
Zur Antwort:
Überlegen Sie vorab und wählen Sie nicht nur "Jedermanns"-Begriffe,
sondern Charaktereigenschaften, die Sie für wirklich zutreffend und zur
angestrebten Position besonders passend erachten. Die Worte "ehrlich,
treu und fleißig" dürfen dabei auch vorkommen. Vielleicht fällt Ihnen
dazu sogar ein kleines "Beweis"-Beispiel aus Ihrem Arbeitsleben ein –
das macht die Antwort lebendiger.
Fragethema (9):
"Welche Eigenschaften muss Ihr Vorgesetzter haben"?
Analyse:
Hier wird eine Übereinstimmung zur vorhergehenden Antwort geprüft.
Normalerweise wünscht sich der Mitarbeiter einen Vorgesetzten mit
ähnlichen Charakter- und sonstigen Eigenschaften zum besseren
Verständnis untereinander. Werden hier allzu große Unterschiede
festgestellt, wird nachgehakt und vermutet, dass Sie bezüglich Ihrer
eigenen Charaktereigenschaften (bewusst oder unbewusst) nicht die
Wahrheit geäußert haben.
Zur Antwort:
Überlegen Sie zu Hause, wie Sie sich die (Charakter-) Eigenschaften
Ihres unmittelbaren Vorgesetzten vorstellen und denken Sie über Ihre
eigenen Begründungen dafür nach – also warum er/sie Ihrer Meinung nach
so oder so sein sollte! Das hilft für eine überlegte und zügige Antwort.
Fragethema (10):
"Sind Sie bezüglich Ihrer Arbeitszeit eingeschränkt?"
Analyse:
Andere, möglicherweise vorrangige Interessen sollen genauso wie
familienbedingte Einschränkungen in Erfahrung gebracht werden.
Zur Antwort:
Wenn Sie nachmittags pünktlich Ihren Nachwuchs vom Kindergarten/Schule
abholen müssen, geben Sie gleichzeitig eine Lösung für die Fälle an, in
denen Sie evtl. Überstunden machen müssen (Ehepartner, Nachbar,
Großeltern). Das gleiche gilt für Weiterbildungen, zu denen Sie
regelmäßig pünktlich erscheinen müssen – hier toleriert der Arbeitgeber
grundsätzlich einen pünktlichen Feierabend, insbesondere, wenn diese der
beruflichen Fortbildung in der angestrebten Position dient.
Fragethema 11):
"Sind Sie körperlich gesund und für den Beruf tauglich?"
Analyse:
Anhand Ihrer Antwort werden notwendige Arbeitsvoraussetzungen geprüft.
Sie sollten sich dazu unbedingt vorher informieren (auch schon vor dem
Studienbeginn!). Nicht nur in der Gastronomie benötigt man aktuelle
Gesundheitszeugnisse, auch für Praktika oder die Arbeit an
Forschungseinrichtungen, Kliniken oder bestimmten Regierungsstellen
werden Gesundheitsprüfungen und Sporttests verlangt bzw. durchgeführt..
Zur Antwort:
Dabei müssen Sie nur solche Krankheiten oder Behinderungen anführen,
welche der Ausübung der Tätigkeit realistisch gesehen widersprechen.
(z.B. Farbschwäche bei einem Textildesigner / Nicht vorhandene
Schwindelfreiheit bei einem Hochbau-ingenieur). Fragen Sie einen
Arbeitsmediziner, wenn Sie sich bezüglich der möglichen beruflichen
Auswirkungen nicht sicher sind. Allgemeine Gesundheitssprobleme (sofern
Krankheiten nicht unmittelbar ansteckend sind) müssen nicht erwähnt
werden, außer Sie dienen damit ggf. auch Ihrer eignen Sicherheit (z.B.
bei epileptischen Anfällen). Arbeitgeber sind diesbezüglich
aufgeschlossen, sofern sie ausführlich informiert und von Ihnen
aufgeklärt werden. Entsprechend der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers
muss das Gefahrenrisiko für potenzielle Kollegen, den reibungslosen
Arbeitsablauf und die Selbstgefährdung eingeschätzt und fest gestellt
werden. Verschleiern oder verschweigen ist nicht empfehlenswert. Die
obligatorische Gesundheitsprüfung bei der Einstellung hat im negativen
Falle eine auflösende Wirkung für den Arbeitsvertrag. Vorsätzliche
Fehlinformationen an den Arbeitgeber können zudem die Erstattung von
Gebühren oder Schadenersatzzahlungen auslösen, wenn z.B. deswegen
signifikanter Zeitverzug bei der Besetzung der Position entsteht, weil
anderen Bewerbern in der engeren Wahl abgesagt worden ist.
Fragethema (12):
"Wie viel möchten Sie verdienen?"
Analyse:
Ihre Antwort gibt Auskunft darüber, ob Sie sich selbst ausreichend zu
diesem Thema informiert haben und eine realistische Auskunft
entsprechend Ihrer Berufserfahrung in Zusammenhang mit der angestrebten
Position geben können.
Zur Antwort:
Geben Sie "den Ball" nur zurück, wenn Sie sich als absoluter
Seiteneinsteiger bewerben und nicht genau wissen können, wie viel "man"
verdient. Wenn Sie bisher schon überdurchschnittlich gut verdient haben,
geben Sie Ihr letztes Jahresgehalt an (hier gilt immer Brutto!),
ansonsten legen Sie entsprechend der höheren Position einen adäquaten
Prozentsatz oben auf. Wichtig ist, dass Sie nicht nur "wegen dem
Wechsel" sondern begründet auf Ihre fachlichen Eigenschaften und ggf.
verantwortungsvolleren neuen Position mehr Geld verlangen. Unbegründete
Forderungen reduzieren Sie beim Fragesteller leicht auf den Mitarbeiter,
welcher "nur" am Geld interessiert ist und bei nächster (monetärer)
Gelegenheit wieder wechseln wird. Diese Aussicht wird von keinem
Arbeitgeber gerne unterstützt, auch wenn er sich der diesbezüglichen
Realität sehr bewusst ist!
Falls das Thema "Einkommen" bis zur Verabschiedung nicht behandelt
worden ist, liegt es nunmehr an Ihnen, dies offen anzusprechen (siehe
auch "professionelles Anschreiben" und "10 Regeln für das
Bewerbungsgespräch") : "In welchem Rahmen würde sich denn das Gehalt
bewegen?"
Fragethema (13):
"Was machen Sie zum Ausgleich in Ihrer freien Zeit?"
Analyse:
Jeder professionelle Fragesteller weiß, dass es nicht gesund ist,
ausschließlich durch die Arbeitsaufgabe sämtliche Befriedigung im Leben
zu erreichen. Ein Ausgleich in Form einer Freizeitbeschäftigung ist
deshalb wichtig. Auch wenn der Bewerber eine große Familie hat, kommt
ein ureigenes Hobby immer gut an. Hier steht (eigene) sportliche
Betätigung an erster Stelle. Insbesondere wenn diese tatsächlich
regelmäßig stattfindet. Auch musische Beschäftigungen oder überschaubare
soziale Einsätze, sowie regelmäßig ausgeführte Hobbies wirken für die
Bewerbung positiv.
Manchmal wird diese Frage auch zur Auflockerung verwendet und als
Gelegenheit um ggf. ein paar persönliche Erfahrungen auszutauschen.
Zur Antwort:
Unter "Privat" sind Ihre Freizeitbeschäftigungen im Lebenslauf bereits
angegeben, halten Sie sich daran. Wenn Sie "Lesen" aufgeführt haben,
rechnen Sie damit, dass Sie nach Ihrem aktuellen Buchtitel gefragt
werden. Dies dient der Realitätsprüfung. Wenn Sie z.B. als angehender
Verfahrensingenieur in Ihrer Freizeit professionell Sportbikes zusammen
bauen, reparieren oder/und verkaufen, sollte dies auch sehr positiv für
Ihre Beurteilung wirken – auch wenn es ggf. der Finanzierung Ihres
Studiums dient und gar kein Hobby mehr ist!
Vermeiden Sie ähnliche Aussagen, wie " Joggen würde ich wieder gerne,
aber meine Familie und die Arbeit lässt mir keine Zeit dafür!" Nicht die
Zeit, sondern das Motiv ist entscheidend. Somit machen Sie bei der
Gelegenheit einen inkonsequenten Eindruck, der nicht positiv wirkt, weil
Sie sich offensichtlich nicht überwinden bzw. durchsetzen können. Oder
es war nur eine Scheinerklärung, was wiederum auch nicht gut ankommt.
Erzählen Sie mit verhaltener Begeisterung ein paar Sätze zu Ihrer
Freizeitgestaltung und vertiefen Sie diese nur, wenn interessierte
Fragen dazu gestellt werden.
Fragethema (14):
"Nehmen wir an, Sie sind von Ihrem Vorgesetzten ungerecht behandelt
worden! Wie reagieren Sie darauf?"
Analyse:
Hier möchte man in Erfahrung bringen, ob Sie zu Gunsten des eigenen und
des Arbeitsfriedens lieber auf Konfrontationen und anschließender
Klarstellung des Sachverhaltes verzichten oder die Angelegenheit auf
jeden Fall bereinigen möchten.
Zur Antwort:
In Unternehmen mit gutem Arbeits- und Betriebsklima wird die Variante
Klarstellung eindeutig bevorzugt. Jedoch nicht um jeden Preis und bei
jeder Gelegenheit: "Ewige Besserwisser" (auch wenn sie Recht haben
sollten) wirken störend auf die Teamarbeit, was aber durch einen
erfahrenen Vorgesetzten ausgeglichen werden kann. Antworten Sie
entsprechend Ihres Temperamentes. Gut ist, wenn man kleine einmalige
Ungerechtigkeiten anderer übersehen kann und bei möglicherweise
beruflichen Konsequenzen genügend Mut aufbringt und um eine ernste
Aussprache bittet. Auch Führungskräfte lernen so besser mit anderen
umzugehen und Offenheit zu fachlichen Themen und persönlichen
Vorgehensweisen zu schätzen.
Fachfragen (15)
Weiterhin müssen Sie natürlich mit einigen Fachfragen rechnen.
Schwerpunkte in der Stellenausschreibung geben oft Hinweise und
Ihnen somit Möglichkeiten, sich darauf gezielt vorzubereiten. Ansonsten
sind Sie durch Ihre Ausbildung und / oder Berufsleben eventuell nur
durchschnittlich gut darauf vorbereitet.
Diese können auch in Form eines (zur schriftlichen Beantwortung
vorgelegten) Fragebogens mit Beispielen aus dem Arbeitsbereich
durchgeführt werden. Dies empfiehlt sich für die Überprüfung von primär
oder essenziell notwendigen fachlichen Fähigkeiten. Meist sind diese
Aufgaben einfach zu lösen – also in Ruhe bearbeiten.
Frage zur Bereitschaft von Probearbeitstagen (16)
Falls Probearbeitstage vorgeschlagen werden: Gehen Sie unbedingt
darauf ein!
Diese sind eine sehr gute Gelegenheit die Atmosphäre in
der Abteilung, Kollegen und spezielle Arbeitsweisen kennen zu lernen und
außerdem (wenigstens in Ansätzen) die Qualität Ihrer fachlichen
Kenntnisse in der potenziellen neuen Arbeitswelt zu beweisen.
Falls Sie Arbeitssuchend sind, sprechen Sie mit dem zuständigen
Arbeitsberater. Er wird dies gerne im Rahmen Ihrer Bewerbungen
genehmigen. Für den potenziellen Arbeitgeber entstehen dann keine
zusätzlichen Lohnkosten und Sie haben keinen Ausfall. Selbst wenn Sie
Urlaubstage nehmen müssten, lohnt sich dies erfahrungsgemäß, weil
Probearbeitstage meist nur dann vorgeschlagen werden, wenn Sie sich
schon in der engeren Wahl befinden.
Ein Zögern oder Überlegensfrist bis zu Ihrer Zusage für Probearbeiten
wird meist negativ bewertet. Die Ernsthaftigkeit der Bewerbung und/oder
Ihre fachliche Autorität würde bezweifelt werden, weil es (auf
Arbeitgeberseite) sonst keine vorstellbaren Begründungen gibt, diese
Chance nicht zu nutzen.
Falls akute familiäre Gründe oder andere Bewerbungstermine gegen einen
Probearbeitstermin sprechen, geben Sie diese einfach als Begründung an
und man wird diese selbstverständlich akzeptieren und keine sofortige
Entscheidung erwarten.
Fragen zum Thema Fremdsprachenkenntnisse (17)
Nicht immer wird sich mit den Angaben "verhandlungssicher" oder "gut"
begnügt, wenn es um notwendige oder zumindest für die Position
förderliche Sprachkenntnisse geht. Rechnen Sie damit, dass Sie
zumindest einige Sätze oder eine kleine Geschichte (zur Anreise,
zum Hobby, zum letzten Urlaub) in der geforderten Fremdsprache
ausführen müssen. Üben Sie vorab außerdem Fachvokabeln und
Aussprache, wenn Sie Ihre Fremdsprachen nicht regelmäßig / täglich
anwenden.
Sofern eine oder mehrere Fremdsprachen als unbedingte
Voraussetzung in der Stellenanzeige genannt sind, müssen Sie
auf jeden Fall damit rechnen, dass vollständige Gesprächs-Sequenzen
in der jeweils geforderten Fremdsprache (auch ohne große Ankündigung)
geführt werden.
Eigene Fragen
Das Ergebnis des Bewerbungsgespräches hängt zu mindestens 50 % davon ab,
ob Sie selbst im Gespräch oder durch Ihre Fragen fest stellen können, ob
die Position wirklich die passende für Sie ist.
Bitte beachten Sie, dass die Fragesteller nicht, oder zumindest nicht
alle Ihre Vorgesetzten oder unmittelbaren Kollegen sein werden.
Persönliche Sym- oder Antipathie sollte Ihre objektive Entscheidung
nicht beeinflussen, weil diese Personen in den wenigsten Fällen ständig
in Ihrem unmittelbaren Arbeitsumfeld anwesend sein werden. In günstigen
Fällen lernen Sie den Personalleiter und potenziellen Vorgesetzten
kennen, welche das Unternehmen zwar repräsentieren aber es sicher nicht
nur aus diesen beiden besteht.
Bei der "Regel zehn für das Bewerbungsgespräch" sind schon Fragen
aufgeführt, welche man besser nicht stellt. Unbedingte Ausnahme ist die
Gehaltsfrage (Regel neun). Als Ergänzung erhalten Sie hier
Formulierungsvorschläge für Fragen, welche Sie auf jeden Fall stellen
sollten, insbesondere, wenn das Thema durch die Unternehmensseite nicht
selbst angesprochen wird:
Zur Arbeitsaufgabe (18 / 19):
"Schildern Sie mir bitte die Arbeitsaufgaben mit eigener Verantwortung!"
Als Alternative bietet sich an:
"Könnten Sie mir die Arbeitsaufgaben schildern, welche möglicherweise
über mein bisheriges Aufgabenspektrum hinausgehen"
Analyse:
Sie zeigen konkretes Interesse, haben die Möglichkeit Ihre aktuellen
Fähigkeiten im Vergleich einzuschätzen und weitere Detailfragen zu
stellen. So nehmen Sie aktiv am Bewerbungsgespräch teil.
Zur Organisationsstruktur / Unterstellungsverhältnis (20):
"Wie viele Kollegen hat die Abteilung und wie sind in etwa deren
Aufgabenbereich?"
Analyse:
Sie zeigen konkretes Interesse und bekommen Informationen, auf welche
Art und Weise Sie in das Team eingebunden sein würden.
Zum Arbeitsplatz / Betrieb (21):
"Wäre es möglich, den Arbeitsplatz zu sehen, oder einen kurzen
Betriebsrundgang zu machen?"
Analyse:
Sie wollen gute Arbeit leisten und deshalb auch Tools und Equipment
betrachten. Sollte man sich bezüglich Ihrer Eignung sehr unsicher sein,
wird dieser Wunsch meist abgelehnt, weil unnötig.
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