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Mit körperlicher
Behinderung argumentieren Abgesehen von Rehabilitanden, empfinden viele Behinderte nicht die Notwendigkeit in den Bewerbungsunterlagen darauf genau einzugehen. Dies hat verschiedene Ursachen und liegt zum einen in der Unsicherheit bezüglich der Darstellung und zum anderen daran, dass der Betroffene meist sehr gut gelernt hat im Alltag zurecht zu kommen und deshalb keinen Anlass für eine besondere Erwähnung erkennt. Trotzdem sind die unternehmerseits am Bewerbungsgespräch beteiligten Personen naturgemäß sehr überrascht, wenn Sie erst dort von einer Behinderung Kenntnis erlangen und die Unterlagen vorher keine Auskunft darüber gaben. Dieses "Überraschungsmoment" kann auch ein gut vorbereitetes Bewerbungsgespräch hinfällig und deshalb nicht erfolgreich für Betrieb und Bewerber machen. Hier geht es nicht um Vorurteile oder subjektive Ablehnungsentscheidungen, sondern um die Fürsorgepflicht des potenziellen Arbeitgebers. Es wäre sehr viel besser, wenn er vorab die Art der Behinderung kennt und beurteilen kann, ob die Art der Tätigkeit , der Arbeitsplatz selbst, dessen Erreichbarkeit und sonstige soziale Einrichtungen geeignet sind. In Gesprächen mit Behinderten und dem Integrationsamt stellt sich immer wieder heraus, wie groß die Befürchtungen sind, dass die Angabe der Behinderung in den Bewerbungsunterlagen sofort zur Ablehnung führen würde. Diese Befürchtung ist objektiv gesehen unbegründet. Jeder Arbeitgeber ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl ist verpflichtet, auch Arbeitsplätze für Behinderte anzubieten. Diese integrative soziale Verpflichtung wird sehr ernst genommen. Außerdem würden jährliche, nicht unerhebliche, Abgaben für nicht besetzte Pflichtplätze wegfallen und für die Einrichtung von speziellen Arbeitsplätzen sogar staatliche Zuschüsse zu erwarten sein. Was ist zu tun? Als Behinderter lesen Sie Stellenanzeigen besonders aufmerksam und analysieren die angebotene Tätigkeit auf ihre Durchführbarkeit unter Berücksichtigung Ihrer ganz persönlichen Umstände. Rufen Sie den Personalleiter an und fragen Sie, ob es z.B. möglich ist, mit dem Rollstuhl an den Arbeitsplatz zu gelangen, sofern Sie darauf angewiesen sind. So gelangen Sie zu notwendigen Informationen und können schon ein wenig "vorfühlen", aber bitte nicht auf Diskussionen am Telefon eingehen oder hervorrufen. Auch negative Auskünfte führen selbstverständlich nicht dazu, auf Ihre Bewerbung dort zu verzichten. Informieren Sie sich beim zuständigen Integrationsamt (früher Hauptfürsorgestelle), ob Sie ggf. Zuschüsse für einen speziell eingerichteten Arbeitsplatz oder andere Fördermittel als Anreiz für einen potenziellen Arbeitgeber erhalten könnten. In Ihrem Anschreiben stellen Sie die Art der Behinderung in einem detaillierten und möglichst kurzem Satz ohne weitere Umschweife dar. Unmittelbar anschließend beschreiben Sie – ggf. in zwei, höchstens drei Sätzen etwas ausführlicher – warum Ihre Behinderung keine, oder keine große Einschränkung am Arbeitsplatz ist und ergänzen möglichst mit einem eigenen Erfahrungsbeispiel aus der Arbeitswelt. Dies dient dem Verständnis des Lesers – der wahrscheinlich nicht tagtäglich mit Behinderungen konfrontiert ist - und damit auch der Risikoreduzierung einer vorschnellen Absage. Es gibt ihm Gelegenheit, spezielle Bedürfnisse des Behinderten zu prüfen, abzuwägen und im Falle einer Einladung zum Gespräch gut mit Antworten auf ihre diesbezüglichen Fragen und dem – meist völlig ungewohnten – Umgang mit Ihrer Behinderung vorbereitet zu sein. Also: Offener Umgang in Wort und Schrift, sowie detaillierte Vorbereitungsmöglichkeiten auf der Unternehmerseite schaffen wesentlich überzeugendere Situationen als das Verschweigen (aus welchen Gründen auch immer!) und die notgedrungene Überraschung. Beispiel: (Textinsert hier unter Beachtung der vier Regeln zum Anschreiben) Bewerbung als Vertriebsmitarbeiter im Autohaus ... Nach einem unverschuldeten Unfall bin ich seit einigen Jahren zur Fortbewegung auf den Rollstuhl angewiesen. Mein linker Arm lässt sich nur eingeschränkt bewegen. Meine Tätigkeit als Sozialversicherungsfachmann bei der Krankenkasse besteht hauptsächlich in der adäquaten Beratung der versicherten Mitglieder. Die Arbeit am PC ist kaum eingeschränkt, da die Maus mit der verbliebenen Beweglichkeit der linken Hand bedient und die rechte Hand ausgleichend eingesetzt werden kann. Da ich selbst leidenschaftlicher Autofahrer bin und weiß, wie viel Such- und Beratungsarbeit im behindertengerechten Umbau eines Fahrzeuges steckt, kann ich neben der jahrelangen Kundenberatung auch vielfältige praktischer Erfahrung im Umgang mit diesen Lieferanten und Werkstätten vorweisen. So könnte ich auch zusätzlich als "Spezialverkäufer" tätig sein, was Ihrem Autohaus sicher zusätzliches Renommee und neue Kunden bringen wird. Ich schlage außerdem einen oder zwei Tage freiwilliger Probearbeit vor, damit Sie sich selbst von der Praktikabilität meiner Bewerbung überzeugen können! Konzentrieren Sie sich darauf, nicht zu ausschweifend zu schreiben. Die Beschreibung bezüglich der Behinderung sollte das Anschreiben nicht dominieren, sondern nur dem Vorstellungs- und Akzeptanzvermögen des Bewerters Ihrer Unterlagen in Bezug auf die Stellenbeschreibung die notwendigen positiven Argumente zur Verfügung zu stellen! |zurück| |