Lebenslauflücke bei Arbeitssuche argumentieren

Nach einer Entlassung entsteht eine Lücke im Arbeitsleben, wenn nicht rechtzeitig ein alternativer Arbeitsplatz gefunden wurde. Um dergestalt nicht einfach einen "weißen Fleck" im Lebenslauf zu hinterlassen, sollten Sie auch hier die vier Regeln beachten und zusätzliche Informationen verwenden:

Beispiel: (Lebenslauf)

Mai 2002 – jetzt: Arbeitssuchend (Qualifizierungsmaßnahme & intensive Bewerbungen in meinem Fachbereich)

Der alte Begriff "arbeitslos" wird schon seit längerer Zeit nicht mehr verwendet und im positiven Erscheinungsbild "arbeitssuchend" genannt, weil die aktive Seite dieser Phase eindeutig in den Vordergrund gestellt werden soll!

Die o.a. Qualifizierungsmaßnahme sollte mit einem Zeugnis, sofern diese abgeschlossen ist oder mit einer Lehrgangs-Beschreibung des Bildungsinstitutes im Anhang belegt werden.

Weisen Sie auf jeden Fall ausdrücklich auf Ihre Aktivitäten als Bewerber hin. Die Anzahl der Bewerbungen bleibt dabei unberücksichtigt.

Aushilfstätigkeiten im weitesten Sinne des Berufsfeld oder private Studien zur Weiterbildung im Beruf sind immer als positive Elemente zu betrachten und deshalb hinter dem Begriff arbeitssuchend sehr wohl im Lebenslauf erwähnenswert.

Sollte die Lücke im Lebenslauf mit Ihrer Abwesenheit vom normalen Arbeitsleben zu tun haben, gilt auch hier entsprechende Offenheit:

Ein freies Jahr für die eigene Selbstfindung wird häufig genauso selbstverständlich akzeptiert, wie Elternfreizeit, sollte jedoch mit einer kurzen Erklärung zum positiven Ergebnis verbunden sein!

Beispiel: Nach vielen Jahren mit 70-Stundenwochen erschien mir eine sechsmonatige "Auszeit" notwendig. Im Ergebnis fühle ich mich gestärkt für neue Aufgaben, die meine fachlichen und persönlichen Fähigkeiten herausfordern und nicht mein außerordentliches Überstundenkonto. Ich habe in einem kurzen Seminar gelernt, wie Zeitmanagement und die Verfolgung der beruflichen und privaten dominierenden Werte zu wesentlich effektiverem Wirken und Erfolg führen kann.

Im Falle einer strafvollzugsbedingten Abwesenheit gestaltet sich nicht nur die Darstellung im Lebenslauf generell als sehr schwierig. Auch wenn nach wie vor bei sozial engagierten Arbeitnehmern gilt: Die potenziell fähige Arbeitskraft ist von höherem Wert als der Verzicht darauf wegen einer Vorstrafe.

Möglicherweise kann schon die Sozialbetreuung in der Anstalt, der Anwalt oder Bewährungshelfer und nicht zuletzt auch das Arbeitsamt mit Tipps und ggf. einer Liste von potenziellen Arbeitgebern helfen, die darauf eingestellt sind und entsprechendes Verständnis haben.

Sofern während des Vollzuges eine Ausbildung angefangen, abgeschlossen oder eine andere Art von Qualifizierung absolviert werden konnte, bietet sich folgende Angabe im Lebenslauf an:

Beispiel: (Im Falle einer Qualifizierung)

Okt 92 – Dez 94 Wiederaufnahme und Abschluss der Ausbildung zum Industriekaufmann / JVA Stadelheim

Sofern Ihre Qualifizierung für die ausgeschriebene Position wirklich gut geeignet ist, sollte nach Eingang der Bewerbung eine der oben angeführten Personen oder / und ggf. auch Sie selbst mit dem Personalleiter sprechen und diesbezüglich um eine persönliche Aussprache oder Erklärungsmöglichkeit nachfragen.

Je offener Sie damit umgehen, desto positiver sind erfahrungsgemäß die Möglichkeiten, eine Ablehnung wegen vormaliger Straftaten abzuwenden.

Einfach eine Lücke im Lebenslauf lassen ist nicht empfehlenswert. Eine der hauptsächlichen Prämissen bei der Überprüfung der Bewerbungsunterlagen zielt genau darauf ab. Aus Erfahrung werden solche Lücken negativ bewertet und in den wenigsten Fällen dazu schriftlich oder telefonisch weitere Informationen eingeholt. Man vermutet hier eine willentliche Auslassung.



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